Sofort Hilfe clickandstop.ch

Beziehung oder Beeinflussung?

Vertrauen. Aber wem? Bilder, Stimmen und Nachrichten können Nähe schaffen.
Doch was, wenn das Gegenüber nicht die Person ist, für die es sich ausgibt?

In Zusammenarbeit mit Kinderschutz Schweiz

Image
Image
Image
Image
Image
Image
Image
Junge drückt traurig einen braunen Teddybär eng an sich.
A woman and a child kissing in a forest.

Stell dir vor: Jemand schreibt dir online. Ihr mögt dieselbe Musik. Spielt dasselbe Game. Die Person hört zu, macht Komplimente und schickt Bilder oder Sprachnachrichten. Alles wirkt glaubwürdig.

Woran erkennst du, wer wirklich dahintersteckt?
Ein Gesicht muss heute keiner realen Person mehr gehören.
Bilder, Texte, Stimmen und Videos können künstlich erzeugt oder verändert werden.
Eine digitale Identität kann glaubwürdig wirken, obwohl sie erfunden ist.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur: Ist diese Person echt?
Sondern auch: Mit wem kannst du sprechen, wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlt?

Image
Image
Image
Image
Image
Image
Image
Das Originalbild

Ein echter Moment zwischen einem Kind und einer Bezugsperson. Fotografiert von Medina Kurtović.
Wir erkennen ihre Gesichter nicht. Trotzdem spüren wir Nähe, Geborgenheit und Vertrauen. Die Beziehung ist nicht inszeniert. Sie entsteht über Zeit und gibt Sicherheit.

Das KI-Bild

Auch dieses Bild vermittelt Nähe.Ein vermeintlicher Teenager hält einen Teddybären im Arm. Er wirkt sensibel, fürsorglich und vertraut. Doch die Person existiert nicht. Sie wurde mit KI von Basil Stücheli erzeugt und könnte Teil einer erfundenen Online-Identität sein.

Beide Bilder zeigen Nähe. Aber nur eines hält eine echte Beziehung fest.

Warum verwechseln wir Kontrolle mit Schutz?

Kontrolle ist messbar, Beziehung nicht

Eine Zeitlimite lässt sich einstellen und abhaken. Vertrauen aufbauen dauert lange und zeigt sich nicht sofort, deshalb greifen wir zuerst zu dem, was sich auf den ersten Blick leichter umsetzen lässt.

Technik verspricht eine einfache Lösung für ein komplexes Problem

Ein Filter wirkt wie eine abschliessende Antwort. Die eigentliche Frage, wie es meinem Kind online wirklich geht, bleibt davon unberührt.

Wir schützen uns selbst vor dem Unbehagen des Nachfragens

Manchmal ist eine App-Sperre auch deshalb einfacher, weil das Gespräch über Grenzen, Gefühle oder unangenehme Online-Erlebnisse auch für uns Erwachsene unangenehm ist.

Kinder verstecken das, was kontrolliert statt begleitet wird

Je strenger die Kontrolle, desto eher besteht die Möglichkeit, dass Kinder auf Zweitaccounts oder heimliche Nutzung ausweichen. Schutz entsteht nicht durch lückenlose Kontrolle. Schutz entsteht, wenn Kinder und Jugendliche Grenzen erkennen, Handlungsmöglichkeiten kennen und wissen: Wenn etwas passiert, bin ich nicht allein.

Diese Muster sind menschlich und nachvollziehbar. Wichtig ist, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt und Kontrolle als Ergänzung versteht und nicht als Ersatz für die Beziehung zum Kind.

Image
Image
Image
Image
Image
Image
Image

#ClickWithCare

Frag nach, ohne zu verhören

"Was hast du heute gespielt?" öffnet ein Gespräch. "Zeig mir sofort dein Handy" schliesst eines. Neugier wirkt langfristig mehr als Kontrolle.

Sei erreichbar für unangenehme Themen

Kinder erzählen eher von einem komischen oder unangenehmen Kontakt oder Erlebnis, wenn sie wissen, dass sie dafür nicht bestraft werden, auch wenn sie eine Regel gebrochen haben.

Setz dich ab und zu einfach dazu

Du musst nicht jedes Mal mitspielen. Schon Interesse zeigen, ohne zu bewerten, macht den digitalen Raum deines Kindes zu einem Ort, den du kennst und verstehst.

Technische Einstellungen als Ergänzung nutzen, nicht als Ersatz

Altersfreigaben und Zeitlimiten sind sinnvoll. Aber sie ersetzen kein Gespräch darüber, was dein Kind online erlebt und wie es sich online schützen kann.

Gemeinsam wissen, wohin ihr euch wenden könnt

Kinderschutz Schweiz berät Eltern kostenlos und vertraulich: 058 433 33 99 (Mo–Do) oder info@kinderschutz.ch. Auf clickandstop.ch finden Eltern, Bezugspersonen und Betroffene Informationen zu digitaler, sexualisierter Gewalt: 058 433 33 50 (Mo-Fr) sowie via Chat.

 Für Kinder und Jugendliche selbst: 147 (Pro Juventute), rund um die Uhr erreichbar.

Buy template

#OnlyFacts

Schwarz-weiße verzerrte Aufnahme einer Person hinter einem Laptop, reflektiert auf einer Glasfläche.

28% der befragten Kinder und Jugendlichen geben an, dass ihre Eltern nie mit ihnen über das sprechen, was sie im Internet machen.

(Quelle: EU_Kids_Online_Schweiz_2025_deutsch)

Person sitzt mit Kopfhörern und spielt ein Strategiespiel an drei Monitoren.

Minecraft und Call of Duty gehörten zu den Spielen, über die Kinder am häufigsten angeschrieben wurden. Cybergroomer:innen nutzen gezielt Online-Games und Social-Media-Kanäle, die bei Kindern beliebt sind, um Kontakt aufzubauen.

(Quelle: Landesanstalt für Medien NRW, 2022.)

Person mit leuchtenden roten LED-Masken sitzt auf dem Boden umgeben von Kabeln und Computern.

Rund 85 Prozent der Betroffenen von Cyber-Sexualdelikten sind unter 20 Jahre alt. 2025 betrafen 4,7 Prozent aller polizeilich registrierten Straftaten mit digitaler Komponente Cyber-Sexualdelikte wie Cybergrooming, Sextortion oder verbotene Pornografie.

(Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2024, zitiert nach Kinderschutz Schweiz.)

Mehr entdecken
Mehr entdecken

"Was, wenn der beste Schutz kein Filter ist, sondern ein offenes Ohr?"
Willkommen bei WHAT THE FAKE – entdecke weitere Bildpaare, Fakten und Tipps.

Wir danken Kinderschutz Schweiz für die fachliche Begleitung dieses Bildpaars.